Offener Protestbrief gegen den Referentenentwurf zur Pflegereform
***
Thema:
-----> Offener Protestbrief gegen den Referentenentwurf zur Pflegereform
***
Hier ein Vorschlag für einen Protestbrief, den Ihr gerne abwandeln und verwenden könnt:
Sehr geehrte Frau Bundesgesundheitsministerin Warken,
sehr geehrte Abgeordnete der CDU / CSU und SPD,
mit Fassungslosigkeit und großer Empörung habe ich den Referentenentwurf zur geplanten Pflegereform gelesen.
Während die Politik von Entlastung, Vereinfachung und Zukunftssicherheit spricht, erleben pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen etwas völlig anderes: den Abbau bewährter Leistungen, neue Hürden beim Zugang zur Pflege und zusätzliche Belastungen für die Familien, die bereits heute den größten Teil der Pflege in Deutschland tragen.
Diese Reform ist keine Stärkung der Pflege.
Sie ist ein Sparprogramm auf dem Rücken der Schwächsten.
Pflegende Angehörige leisten Tag für Tag Enormes. Sie verzichten auf Freizeit, Urlaub, berufliche Entwicklung und oft auch auf ihre eigene Gesundheit. Ohne ihren Einsatz würde das deutsche Pflegesystem innerhalb kürzester Zeit kollabieren.
Anstatt dieses Engagement zu fördern, plant die Bundesregierung:
* die Abschaffung der Verhinderungspflege in ihrer bisherigen Form,
* die Abschaffung des Entlastungsbetrags (bei PG 1) und Umwidmung zum Sozialraum-Budget
* die Kürzung von Rentenansprüchen pflegender Angehöriger,
* die Verschärfung der Voraussetzungen für Pflegegrade,
* mehr Bürokratie durch neue Budgets und Begleitstrukturen,
* und möglicherweise sogar die stärkere finanzielle Heranziehung von Kindern zu den Pflegekosten ihrer Eltern.
***
-----> Wer soll das noch verstehen ?
Menschen, die über Jahre Angehörige pflegen, sollen künftig weniger Rentenpunkte erhalten.
Familien, die dringend Entlastung benötigen, verlieren bewährte Leistungen.
Pflegebedürftige sollen höhere Hürden überwinden müssen, um überhaupt einen Pflegegrad zu erhalten.
***
-----> Wie kann man ernsthaft behaupten, dies sei eine Verbesserung ?
Besonders alarmierend ist die geplante Verschärfung der Zugangsvoraussetzungen zu den Pflegegraden.
Wer heute Unterstützung benötigt, wartet oft monatelang auf Begutachtungen, kämpft sich durch Widerspruchsverfahren und erlebt Ablehnungen trotz offensichtlicher Hilfebedürftigkeit.
Nun sollen die Hürden noch höher gelegt werden.
***
-----> Das bedeutet in der Praxis:
Menschen werden länger ohne Unterstützung bleiben.
Familien werden länger alleine gelassen.
Pflegende Angehörige werden noch stärker belastet.
Und am Ende werden die Kosten lediglich von der Pflegeversicherung auf die Familien verlagert.
Wer Leistungen erschwert, spart nicht an Bürokratie.
Er spart an Pflegebedürftigen.
Auch die Abschaffung der Verhinderungspflege ist ein Schlag ins Gesicht der Angehörigen.
Pflegende Menschen haben ein Recht auf Erholung, auf Arztbesuche, auf Urlaub und auf ein eigenes Leben.
Wer ihnen diese dringend benötigte Entlastung nimmt oder erschwert, riskiert Überforderung, Krankheit und letztlich den Zusammenbruch häuslicher Pflegearrangements.
Die Folgen werden nicht weniger Pflegefälle sein.
Die Folgen werden mehr Notfälle, mehr Krankenhausaufenthalte und mehr Heimunterbringungen sein.
Hinzu kommt die Diskussion über die Abschaffung der 100.000-Euro-Grenze beim Elternunterhalt.
Viele Familien haben auf die bestehende Rechtslage vertraut.
Wer nun erneut auf die Kinder zugreifen will, bestraft eine Generation, die ohnehin bereits steigende Lebenshaltungskosten, hohe Wohnkosten, Altersvorsorge und familiäre Verantwortung schultern muss.
Pflege darf nicht zum Armutsrisiko für ganze Familien werden.
Wir brauchen keine Reform, die Leistungen abbaut und Zugänge erschwert.
***
-----> Wir brauchen:
* den Erhalt der Verhinderungspflege,
* den Erhalt des Entlastungsbetrags,
* die uneingeschränkte Anerkennung der Leistung pflegender Angehöriger,
* den Schutz ihrer Rentenansprüche,
* einen fairen Zugang zu Pflegegraden,
* und eine Pflegepolitik, die Menschen unterstützt statt sie zusätzlich zu belasten.
Die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes haben ein Recht darauf, dass Pflege nicht als Kostenfaktor betrachtet wird, sondern als Ausdruck gesellschaftlicher Verantwortung und Menschlichkeit.
Sollte dieser Referentenentwurf in seiner jetzigen Form weiterverfolgt werden, werden viele Betroffene dies als massiven Vertrauensbruch empfinden.
Pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen verdienen Respekt, Unterstützung und Sicherheit.
Sie verdienen keine Reform, die ihnen Leistungen nimmt, während gleichzeitig von Entlastung gesprochen wird.
***
-----> Mit Nachdruck fordere ich Sie auf:
Ziehen Sie diesen Entwurf zurück und legen Sie eine Reform vor, die den Namen Pflegereform tatsächlich verdient.
Mit besorgten und entschlossenen Grüßen
[Name]
Bitte an die entsprechenden Personen wenden und denen Eure Auffassung zur Pflege-Reform
mitteilen:
https://www.bundestag.de/abgeordnete
https://nina-warken.de/kontakt/
***
#pflege
#pflegereform
***
Quelle:
***
Datum:
07.06.2025
***
***

Kommentare
Kommentar veröffentlichen